Mitteilung vom 08.Januar 2013

Jütting-Konzert-Zyklus 2013 beginnt mit Cello und Klavier

Die Cellistin Simone Drescher aus Weimar eröffnet die Konzertreihe 2013

Bild: Die Cellistin Simone Drescher aus Weimar eröffnet die Konzertreihe 2013

Stendal. Am Sonntag, den 20. Januar 2013, um 17 Uhr eröffnet die Cellistin Simone Drescher im Musikforum Katharinenkirche die diesjährige Kammerkonzert-Reihe der Jütting-Stiftung. Die junge Künstlerin aus Weimar erhielt ein Stipendium über 8.000 € und stellt sich nun dem Altmärker Publikum vor. Am Flügel begleitet sie Naoko Mizugaki.
Zu Beginn des Programms steht die Sonate für Violoncello und Klavier Nr.3 A-Dur, op.69, von Ludwig van Beethoven (1770-1827). Sie ist dem Hobby-Cellisten Freiherr Ignaz von Gleichenstein gewidmet, der den Komponisten in gesellschaftlichen Angelegenheiten beriet und bei Mäzenen Geld für ihn einwarb. Die Freundschaft endete allerdings, weil beide Männer sich für die Schwestern Anna und Therèse Malfatti interessierten. Es ist ungeklärt, ob die Überschrift „inter lacrimas et luctus” (unter Tränen und Kummer) auf diese biografische Begebenheit oder auf die Auswirkungen der französischen Besetzung Wiens 1809 zurückzuführen ist. Die Melodie lässt indes von Trübsal nichts erkennen. Die sehr melodische Sonate war beim Publikum von Anfang an sehr beliebt und inspirierte später auch Brahms und Mendelssohn-Bartholdy. Nach seiner Karriere als gefeierter Opern-Komponist schrieb Gioacchino Rossini (1792-1868) für den russischen Cello-Virtuosen Matvei Vielgorsky die Variationen „une larme” (ein Träne). Das elegische Grundthema wird darin vielfach abgewandelt: als heroische Bravour-Cabaletta, als komplizierte Koloratur, als virtuose Kadenz und schließlich mit glänzenden Crescendos.
Nach der Pause ist zunächst Gramata cellam „Das Buch” von Peteris Vasks (*1946) zu hören. Der lettische Komponist hat sich – etwa neben Arvo Pärt oder John Tavener – zu den bedeutendsten Vertretern der sog. neuen Spiritualität entwickelt. Dieser Stil zeichnet sich durch ein trügerische Einfachheit und seine emotionale Musik aus.
Mit der Sonate in A-Dur für Violoncello und Klavier von César Franck (1822-1890) klingt der Abend aus. Das ursprünglich für Violine geschriebene Stück ist ein Hochzeitsgeschenk an den Geiger Eugène Isaÿe, der es auch 1886 in Brüssel zur Uraufführung brachte. Die vier Sätze sind zyklisch miteinander verbunden. Ihre strenge kontrapunktische Konstruktion ist verquickt mit einem intensiven emotionalen Ausdruck, dem Schwelgen im süßen Duft der Harmonien.

Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind an der Abendkasse erhältlich.



 
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