Echter Strauss, nachgeahmter Rossini

Jütting-Stipendiatin Rafaela Gromes spielt Melodien beliebter Opernkomponisten

Rafaela Gromes setzt am Sonntag, den 29. September 2013, um 17.00 Uhr den Kammermusikzyklus der Jütting-Stiftung nach der Sommerpause fort.

Bild: Rafaela Gromes setzt am Sonntag, den 29. September 2013, um 17.00 Uhr den Kammermusikzyklus der Jütting-Stiftung nach der Sommerpause fort.

Stendal. Rafaela Gromes setzt am Sonntag, den 29. September 2013, um 17.00 Uhr den Kammermusikzyklus der Jütting-Stiftung nach der Sommerpause fort. Die junge Cellistin aus München bedankt sich damit für ein Stipendium über 8.000 €. Julian Riem begleitet sie am Flügel.

Der erste Teil des Abends ist Richard Strauss gewidmet (1864-1949). Aus seinem Frühwerk werden zwei Stücke in F-Dur zu hören sein: Romanze und Sonate für Violoncello und Klavier. Die Romanze steht noch unter dem Einfluss von Schumann und Brahms, lässt aber bereits Strauss’ Fähigkeiten als Theaterkomponist erahnen – etwa in der Einrahmung des Stücks durch das singende, zeitweilig passionierte “Andante cantabile” bis zu der unerwartet eingeschobenen Entwicklung der “Opern-Szene” mit ihrem rezitativen Cello-Monolog. Die Romanze wurde oft von Hans Wihan gespielt, dem Solocellisten an der Münchner Hofkapelle. Er war zugleich Kollege und Freund von Stauss’ Vater. Für Wihan ist auch die Sonate geschrieben, die im Anschluss erklingt. Strauss war damals erst 16 Jahre alt und ging auf das Gymnasium. Bevor die Sonate gedruckt wurde, überarbeitete er das “Andante” und das “Finale” grundlegend. Nur der erste Satz, ein prachtvolles “Allegro con brio” mit einem brillanten Fugato in der Mitte, gelangte in die spätere Fassung.

Nach der Pause stehen Ausschnitte aus Rossini-Opern auf dem Programm. Allerdings sind nicht die Originale zu hören, sondern Bearbeitungen verschiedener Künstler. Adrien-Francois Servais (1913-1976) galt als “Paganini des Cellos”. Um seine Virtuosität unter Beweis zu stellen, schrieb er technisch anspruchsvolle Stücke und richtete sich dabei nach dem Geschmack des opernverliebten Publikums. Er brachte Bearbeitungen der bekanntesten Arien in die Salons und Konzertsäle. Im “Andante cantabile” seiner Grande Fantaisie nach Motiven aus der Oper “Der Barbier von Sevilla” wird man etwa unschwer die Kavatine des Grafen Almaviva “Ecco, ridente in cielo” aus dem ersten Akt wiedererkennen. Das Solocello imitiert dabei den Tenor einschließlich aller vertrackten Koloraturen. Mit der Arie des Figaro hat Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1968) ein weiteres Stück aus dem ”Barbier von Sevilla“ für das Cello erschlossen. Auch Bohuslav Martinu (1890-1959) griff in seinen “Variationen über ein Thema von Rossini” eine beliebte Melodie auf – nämlich das Gebet “dal tuo stellato soglio” aus der Oper “Moses in Ägypten”.

Karten für 5,00 € (ermäßigt: 2,50 €, Schüler und Studierende: 0,50 €) sind an der Abendkasse erhältlich.



 
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