Gegensätze in der Musik der Moderne

Jütting-Stipendiatin spielt Janáček, Messiaen und Crumb

Am Ersten Advent beschließt die polnische Pianistin Aleksandra Swigut den diesjährigen Kammermusikzyklus der Jütting-Stiftung Stendal.

Bild: Aleksandra Swigut. Am Ersten Advent beschließt die polnische Pianistin den diesjährigen Kammermusikzyklus der Jütting-Stiftung Stendal.

Stendal. Am 1. Dezember 2013 (erster Advent) findet um 17 Uhr im Musikforum Katharinenkirche das letzte Kammerkonzert der Jütting-Stiftung statt. Die polnische Pianistin Aleksandra Swigut spielt Werke von Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Damit bedankt sie sich für ein Stipendium in Höhe von 5.000 €.

Eingangs ist das Andante aus „V mlhách” (Im Nebel) von Leoš Janáček zu hören (1854 – 1928). Im Zentrum des Klavierabends steht dann eine Gegenüberstellung zweier Werke der Moderne: Aleksandra Swigut vergleicht Stücke aus den Klavierzyklus „Vingt Regards sur l´Enfant Jésus” (20 Blicke auf das Jesus-Kind) des Franzosen Olivier Messiaen mit „Eine kleine Mitternachtsmusik” des Amerikaners George Crumb. „Bei diesen Werken unterscheidet sich fast alles: die Spuren von Tradition und Kultur, in denen die Künstler erzogen wurden, die persönliche Sprache, die Form der Werke, aber vor allem dass Messiaen ein frommer Christ und Crumb ein Atheist war”, erläutert die junge Warschauerin den thematischen Rahmen Ihres Konzerts.

Der Zyklus „Vingt Regards” von Messiaen (1908 – 1992) besteht aus 20 Blicken auf bzw. Betrachtungen über das Kind. Der zentrale Aspekt ist die Vereinigung menschlicher und göttlicher Natur in Gestalt von Jesus. Die Reihenfolge der Stücke folgt durch die Wiederkehr bestimmter Themen einer Zahlensymbolik und ergibt deutliche Kontraste in Tempo und Intensität. Messiaen verarbeitet zahlreiche Kanones, polymodale Stellen und Rhythmen, verwendet aber auch Vogelgesänge. Swigut stimmt mit drei Stücken aus der Reihe auf den beginnenden Advent ein.

George Crumb (geb. 1929) lehrte in Pennsylvania Komposition und erhielt für sein eigenes Schaffen 1968 den Pulitzer Preis für Musik und 2001 einen Grammy. Seine Tonsprache ist durch ungewöhnliche instrumentale und vokale Techniken geprägt. Crumb bindet den Hörer ein, indem er kollektive menschliche Erfahrungen musikalisch bearbeitet. Themen sind Folklore, Weltreligionen oder kosmische Phänomene. In dem 2002 entstandenen Werk „Kleine Mitternachtsmusik” greift Crumb Theolonius Monks berühmten Jazz-Standard „Round Midnight” auf und taucht ihn in eigene Klangwelten.

Karten zu 5,00 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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