Geschwisterliche Harmonie am Klavier

Jütting-Stipendiaten Ada Aria und Ead Anner Rückschloß spielen vierhändig.

Jütting-Stipendiaten Ada Aria und Ead Anner Rückschloß spielen vierhändig.

Bild: Geschwisterliche Harmonie am Klavier. Jütting-Stipendiaten Ada Aria und Ead Anner Rückschloß spielen vierhändig.

Stendal. Am Sonntag, den 27. April 2014, findet um 17 Uhr das nächste Konzert der Jütting-Stiftung im Musikforum Katharinenkirche statt. Diesmal sind Ada Aria und Ead Anner Rückschloß zu Gast, die im letzten Jahr ein Förderstipendium über 5.000 € erhielten. “Wir wollen die Vielseitigkeit des vierhändigen Klavierspiels mit Werken aus drei Jahrhunderten von der Klassik bis zur Gegenwart zeigen,” erläutern die aus Gammelshausen (Baden-Württemberg) stammenden Geschwister ihr Programm. “Es kommen unterschiedliche musikalische Formen zu Gehör: Fuge (Mozart), Suite (Rachmaninoff), Variationen (Schubert, Lutoslawski), Tango (Ziegler) und Fantasie (Rückschloß).”

Jütting-Stipendiaten Ada Aria und Ead Anner Rückschloß spielen vierhändig.

Bild: Ada Aria und Ead Anner Rückschloß.



Zunächst erklingt die Suite Nr. 2 für zwei Klaviere zu vier Händen, op.17, von Sergej Rachmaninoff (1873- 1943). Sie bedeutet das Comeback für den Komponisten, dessen Kreativität nach dem Misserfolg seiner ersten Symphonie für vier Jahre erlahmt war. Legendär wurde die Aufführung von Rachmaninoff und Horrowitz auf einer Party zu Beginn der 1940er. In der anschließenden Eigenkomposition von Ada Aria Rückschloß (geb.1994) mit dem Titel “Ein Weg für zwei Klaviere zu vier Händen (2013)” treffen zwei extreme Welten aufeinander. Die Stipendiatin verbindet eine Fantasie mit einem Bach-Choral ("Befiehl du deine Wege"). Ein ebenfalls recht modernes Stück ist der Tango Asfalto des Argentiniers Pablo Ziegler (geb. 1944). Bereits ab dem 14. Lebensjahr spielte er in wechselnden Ensembles, u.a. mit Astor Piazzolla. Als Tonsetzer widmete er sich dem Jazz und später auch dem Tango. Sein Straßentango entstand 1998.

Nach der Pause ist das Allegro aus der Fuge in c- Moll für zwei Klaviere zu vier Händen, KV 426, von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1792) zu hören. Das Werk kam bei der Hörerschaft gut an. Mozart bearbeitete es daher später für Streicher und stellte ihm eine gewichtige Adagio-Einleitung voran, die mit ihren majestätischen Punktierungen an eine französische Opernouvertüre erinnert. In der Fuge kostete Mozart alle Techniken aus, die er in der Musik von Bach und Händel in so vollendeter Form vorfand. Das Thema bewegt sich in harmonisch langsamem Tempo und eignet sich deshalb besonders gut für Spiegelungen und Umkehrungen aller Art. Mit dem Andantino varie in h- Moll, op. 84 Nr. 1, von Franz Schubert (1797- 1828) entführen die Geschwister Rückschloß dann in eine ruhigere Stimmungswelt. Sie beschließen den Abend mit drei Stücken von Witold Lutoslawski (1913- 1994) – eine Miniatur, eine aufgeschnappte Melodie für Klavier zu vier Händen und Variationen über ein Thema von Paganini.

Karten für 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind ausschließlich an der Abendkasse erhältlich. In der Pause gibt es noch einige Freikarten für den Festakt zum 20jährigen Bestehen der Stiftung am 25.05.2014 um 11 Uhr mit Ragna Schirmer und Wolfgang Meyer.



 
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