20 Jahre Hans und Eugenia Jütting-Stiftung
20 Jahre Musikforum Katharinenkirche

Ragna Schirmer – Klavier
Wolfgang Meyer – Klarinette

am 25. Mai 2014, 11.00 Uhr Musikforum Katharinenkirche.


Gemeinsamer Festakt

Sehr geehrte Damen und Herren, am nächsten Sonntag, den 25.05.2014, um 11 Uhr feiern die Hansestadt Stendal die Einweihung des Musikforums Katharinenkirche und die Hans und Eugenia Jütting-Stiftung ihre Gründung vor jeweils 20 Jahren in einem gemeinsamen Festakt. Beide Ereignisse hängen eng miteinander zusammen, weil der zuvor stark verfallene Sakralbau erst durch die Förderung der Stiftung saniert und seiner neuen Widmung zugeführt werden konnte.

Sie erhalten hier einen Überblick des Programms zu diesem Festakt und weiter unten eine Kurzpräsentation der Geschichte der Jütting-Stiftung (auch als PDF zum Download)

Programm

Ragna Schirmer, gebürtige Hildesheimerin, studierte Klavier bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover und bei Bernard Ringeissen in Paris. Bereits während ihrer Studienjahre gewann sie als bisher einziger Pianist zweimal einen Bachpreis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig – 1992 und 1998.
Bis weit über die deutschen Grenzen hinaus hat sich Ragna Schirmer im Laufe ihrer Karriere einen erstklassigen Ruf erworben. Dabei wird sie nicht allein für ihr breit gefächertes Repertoire geschätzt, das von Bachs gro├čen Klavierzyklen bis zu zeitgenössischen Werken reicht. Gelobt wird die Pianistin auch für ihr dramaturgisches Feingefühl, mit dem sie bekanntes Material in immer wieder neue, überraschende Zusammenhänge stellt und für ihre nuancierten Interpretationen, die die Werke bis in die kleinsten Details ausleuchten.

Professorin Ragna Schirmer

Bild: Professorin Ragna Schirmer

Sie musizierte u.a. mit den Dirigenten Zubin Mehta, Roger Norrington, Kurt Masur, Fabio Luisi, Herbert Blomstedt und Andrey Boreyko. Rezitalabende gab sie in der Berliner Philharmonie, im Gewandhaus zu Leipzig, in der Hamburger Musikhalle, in der Tonhalle Düsseldorf und in der Stuttgarter Liederhalle.
Sie veröffentlichte zahlreiche CD, z.B. Bachs Goldberg-Variationen, Haydn-Sonaten, Händel-Suiten und Händel-Orgelkonzerte auf verschiedenen Tasteninstrumenten. Von 2001 bis 2010 war Ragna Schirmer Professorin für Klavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und unterrichtet jetzt am Landesgymnasium “Latina August Hermann Francke” in Halle / Saale.
Seit 2010 leitet Ragna Schirmer die Jury bei der alljährlichen Auswahl der Musik-Stipendiaten der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung in Stendal.

Wolfgang Meyer wurde in Crailsheim geboren. Er studierte von 1966 bis 1972 Klarinette bei Otto Hermann an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart und danach bei Hans Deinzer an der Musikhochschule Hannover.
1979 erhielt er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik Karlsruhe und ist dort seit 1989 Professor.
Im kammermusikalischen Bereich arbeitet er bevorzugt mit seiner Schwester Sabine Meyer im Trio di Clarone, dem Zemlinsky-Trio, dem Carmina Quartett und dem Quatuor Mosaiques.

Professor Wolfgang Meyer

Bild: Professor Wolfgang Meyer

Wolfgang Meyer war als Mitglied der Baden Badener “Stendal Musik-Stiftung e.V.” mit dem Ehepaar Jütting gut bekannt und konzertierte am 28. Mai 1994 im Festakt anlässlich der Eröffnung des Musikforums Katharinenkirche in Stendal.

Martin Maria Krüger wurde in Solingen geboren. Nach dem Abitur studierte er Gitarre bei Dieter Kirsch an der Hochschule für Musik in Würzburg und zusätzlich Schlagzeug bei Siegfried Fink. Er konzertierte 1973 mit dem Heidelberger Kammerorchester während einer Skandinavientournee und bereiste seither mehrere Erdteile als Solist und Kammermusiker und wurde vor allem als Duopartner von Siegfried Behrend im Deutschen Gitarrenduo bekannt.
1982 wurde Martin Maria Krüger Direktor des Würzburger Hermann-Zilcher-Konservatoriums und 2008 Direktor des Richard-Strauss-Konservatoriums in München.
Seit 2003 ist er als Nachfolger von Franz Müller-Heuser Präsident des Deutschen Musikrates.


Ablauf des Festakts


Camille Saint-Saëns Klarinettensonate op. 167
  1. Allegretto
  2. Allegro animato
  3. Lento
  4. Molto Allegro-Allegretto
Begrüßung 20 Jahre Katharinenkirche – Klaus Schmotz Oberbürgermeister der Stadt Stendal

Frédéric Chopin Etüden op. 10 Auswahl

20 Jahre Hans und Eugenia Jütting-Stiftung – Prof. Martin Maria Krüger Präsident des Deutschen Musikrates – München

Bohuslav Martinu Sonatina für Klarinette und Klavier
  1. Moderato
  2. Andante
  3. Poco Allegro

Kurzpräsentation der Geschichte der Jütting-Stiftung

20 Jahre Hans und Eugenia Jütting-Stiftung

Die Stifter

In den Lebensläufen des Stifterehepaars Eugenia und Hans Jütting spiegelt sich das bewegte 20. Jahrhundert wider: Der Stendaler Hans Jütting wandert 1930 nach Kanada aus, ist nach dem Studium schnell beruflich und ökonomisch erfolgreich. 1933 heiratet er die Pianistin Eugenia Czerny, die aus einer immer eng mit der Musik verbundenen polnischen Künstlerfamilie stammt. Sein Studium der Nationalökonomie absolviert Hans Jütting an der renommierten McGill-Universität im kanadischen Montreal. Nach dem Studium arbeitet er dort in der Finanzverwaltung. Später ist Hans Jütting als Finanzchef der Ford Motor Company tätig und für das Unternehmen in der ganzen Welt unterwegs.

Von ihrem Wohnort in den USA aus unternimmt das Ehepaar – auch bereits zu DDR-Zeiten – regelmäßig Besuche in die alte Heimatstadt Hans Jüttings und ist erschrocken über den Verfall der historischen Altstadt. Nach langen Verhandlungen ist die DDR-Regierung 1985 endlich bereit, eine Spende zur Sanierung der Klosterkirche St. Katharinen anzunehmen. Nach der Wende zieht das Stifterpaar aus dem sonnigen Florida ins winterliche Stendal. Besonders Hans Jütting widmet sich mit aller Kraft dem Aufbau der Stiftung. Sowohl der weitere Ausbau der Katharinenkirche wie auch die Stiftungsgeschäfte kommen durch den Einsatz Hans Jüttings und der ehrenamtlich wirkenden Stiftungsgremien gut voran. Hans Jütting stirbt am Tag seines 90. Geburtstags. Eugenia Jütting kehrt in die USA, in den Kreis von Familienmitgliedern zurück. Sie wird 97 Jahre alt.

Die Stiftungsgeschichte

Von Kanada aus rufen Eugenia und Hans Jütting bereits 1937 eine gemeinnützige Stiftung ins Leben, die ihren Sitz zunächst in der Schweiz nimmt. Kriegs- und Nachkriegszeit verhindern, dass sich die Stiftungsziele sofort entfalten können, lassen aber völkerverbindende Ideen – wie die der Musik – wichtiger denn je erscheinen. In den 1980er Jahren hilft die Stiftung der Musikakademie Krakau und der Universität Göttingen. In Krakau wird 1987 der erste Nachwuchswettbewerb für Klavier und Violine ausgetragen. Ein weiterer Wettbewerb folgt 1992 im westfälischen Detmold.

In seiner alten Heimatstadt Stendal unterstützt Hans Jütting das Johanniter-Krankenhaus, weil ihm die medizinische Versorgung der Menschen am Herzen liegt. Seit Mitte der achtziger Jahre gilt das besondere Augenmerk des Ehepaares Jütting der Stendaler Katharinenkirche, der Konfirmationskirche von Hans Jütting. Bis zur Wiedereröffnung als Musikforum der Stadt Stendal vergehen Jahre, die einen unermüdlichen Einsatz besonders gegenüber den DDR-Behörden erfordern. Der endgültige Verfall kann gerade noch gestoppt werden. Am 28. Mai 1994 ist es endlich soweit: die frühere Kirchenruine wird in Anwesenheit von Bundespräsident Richard von Weizsäcker feierlich als repräsentatives Musikforum der Stadt eröffnet. Die Stadt Stendal weiß solches Bürgerengagement zu würdigen und zeichnet Eugenia und Hans Jütting am 7. Mai 1995 mit der Ehrenbürgerwürde aus.

Nachdem die Geschäfte zunächst in Form eines Vereins in Baden-Baden geführt wurden, wird im Jahr 1994 die “Hans und Eugenia Jütting-Stiftung” mit Sitz in Stendal gegründet.

Der Stiftungszweck

Eugenia und Hans Jütting riefen ihre Stiftung ins Leben, um die Verantwortung privater Initiative bei der Erfüllung gesellschaftlicher Aufgaben zu unterstreichen. Sie knüpften bewusst an Traditionen der angelsächsischen Länder an, wo Stiftungen in den Universitäten wichtige Aufgaben erfüllen. Dort geben sie Stipendien an qualifizierte junge Studierende aus, fördern das kulturelle Leben in den Hochschulen und tragen durch die Stiftung von Lehrstühlen zur akademischen Qualität der Ausbildung bei. Diesen Geist wollten die Jüttings auch in die bundesdeutsche Gesellschaft tragen.

Nach der Satzung ist der Zweck der Jütting-Stiftung „die Förderung von Musik, Wissenschaft und Bildung”. Auch die „Versöhnung und Völkerverständigung zwischen Deutschland und Polen” gehört zu den Aufgaben der Stiftung. Die Stiftung erreicht den Satzungszweck vor allem durch ihre Stipendienprogramme. Sie bestreitet ihre Ausgaben aus den Erträgen ihres Vermögens (zur Zeit ca 12,9 Mio US-Dollar). Davon werden 25% dem Stammkapital zugeführt, der Rest für die in der Satzung festgelegten Aufgaben verwendet. Die Ausgaben orientieren sich dabei an den Erträgen, die vor zwei Jahre erzielt worden sind. Einen Eindruck vom Umfang der Zuwendungen vermittelt der nachfolgende Auszug aus dem Wirtschaftsplan 2014:

  • Akademische Stipendien 40.000,00 €
  • Musikalische Stipendien 53.000,00 €
  • Musikschulpreis 4.500,00 €
  • Zusammenarbeit mit ausl. Hochschulen / Mc Gill 1.000,00 €/li>

Die Fördermaßnahmen der Stiftung

Die Stiftung vergibt Stipendien

  • an hochbegabte Musikstudenten deutscher und polnischer Nationalität (Bedingungen werden jährlich ausgeschrieben). Es werden jährlich acht Stipendien vergeben, die aktuell mit 5.000 € bzw. 8.000 € dotiert sind. Die Stipendiaten gestalten die jährlich acht Kammerkonzerte im Musikforum Katharinenkirche und bereichern damit das Kulturleben der Hansestadt.
  • an Absolventen aller Fachrichtungen an Fachhochschulen und Universitäten, die den überwiegenden Teil ihrer Schulausbildung in Stendal oder dem Landkreis Stendal absolviert haben (postgraduale Weiterbildung). Die Stiftung zahlt gegenwärtig für ein Semester im Inland eine monatliche Rente von 550 €, für ein Semester im Ausland monatlich 750 €; Verlängerungen sind möglich. Zur Zeit erhalten sechs junge Menschen eine Unterstützung durch die Stiftung.
  • zur Fortbildung junger angestellter Ärzte, die in gemeinnützigen medizinischen Einrichtungen in Stendal oder im Landkreis Stendal tätig sind
  • zur Fortbildung junger angestellter Ärzte aus polnischen Kliniken und Krankenhäusern in Kliniken und Krankenhäusern der Stadt und des Landkreises Stendal
  • an Studenten mit polnischer Staatsbürgerschaft zum Studium am Standort Stendal der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) bzw. an einer anderen nahegelegenen Universität. Gefördert werden insbesondere Austauschstudenten aus Stendals Partnerstadt Pulawy. Die Stiftung zahlt für die Dauer des Aufenthaltes von einem Semester pro Monat 550 €.

Desweiteren fördert die Stiftung entsprechend ihrer Satzung:

  • die Durchführung des jährlichen Jütting-Musikschulpreises (Bedingungen werden jährlich ausgeschrieben). Im Jahr 2014 beteiligten sich ca. 40 Musikschüler an dem Ausscheid. Es wurden jeweils drei Preise zu 750 €, zu 500 € und zu 250 € vergeben.
  • Maßnahmen, die dem Erhalt und der Ausgestaltung der Katharinenkirche zu Stendal dienen. An der Konfirmationskirche von Hans Jütting und den mit ihr verbundenen Gebäuden des jetzigen Altmärkischen Museums werden 1997 bis 1999 durch ein zinsloses Darlehen dringend notwendige Sanierungsarbeiten und Umbauten durchgeführt werden. 2012 beteiligte sich die Stiftung an den Kosten für die Wiederinbetriebnahme der Glocke.
  • ausländische Universitäten, die eine Zusammenarbeit mit dem Standort Stendal der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) pflegen.


Kurzpräsentation der Stiftung – PDF – öffnet in einem neuen Tab / Fenster, auch zum Herunterladen



 
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