Aris-Streichquartett spielt Mozart und Mendelssohn-Bartholdy

Letztes Stipendiaten-Konzert der Jütting-Stiftung vor der Sommerpause.

Aris-Streichquartett spielt Mozart und Mendelssohn-Bartholdy.

Bild: Das Aris-Streichquartett spielt Mozart und Mendelssohn-Bartholdy.
(v.l.) Anna Katharina Wildermuth | Noémi Zipperling | Caspar Vinzens | Lukas Sieber

Stendal. Am Sonntag, den 22. Juni 2014, um 17 Uhr ist das Aris Quartett zu Gast im Musikforum Katharinenkirche. Das Ensemble aus Anna Katharina Wildermuth und Noémi Zipperling (Violine), Caspar Vinzens (Viola) und Lukas Sieber (Violoncello) wurde 2009 gegründet und ist eines der gefragtesten Nachwuchsquartette Deutschlands. Die jungen Musiker im Alter von 20 bis 24 Jahren studieren bei Prof. Hubert Buchberger an der Musikhochschule Frankfurt. Wichtige Impulse und Förderung erhielten sie zudem von Mitgliedern des Alban Berg Quartetts, des Artemis Quartetts sowie vom Juilliard String Quartet, vom Cuarteto Casals und vom Vogler Quartett. Das Ensemble trat bereits mehrfach auf, zuletzt beim Rheingau Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, in der Alten Oper Frankfurt und der Hofburg Wien. Zudem machte es in mehreren Rundfunkaufnahmen für den SWR 2, Österreich 1 oder im Ceska Televize überregional auf sich aufmerksam. Im letzten Jahr erhielt das Aris Quartett ein Stipendium der Jütting-Stiftung über 8.000 €.

Zu Beginn des Abends ist das “Dissonanzen-Quartett” in C-Dur, KV 465, von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören (1756-1791. Das Werk erhielt seinen Namen von den ersten Takten des Einleitungs-Adagio mit den für die damalige Zeit ungewohnt schneidenden Querständen und klanglichen Reibungen (Dissonanzen). Den meisten Zeitgenossen fehlte für diese “moderne” Musik noch das Verständnis. Es ist das letzte der sechs zwischen 1782 und 1785 komponierten Stücke dieses Genres, die dem 24 Jahre älteren Joseph Haydn gewidmet sind. Von dessen Quartetten op. 33 hatte sich Mozart nämlich melodisch, formal und satztechnisch anregen lassen. Das “Dissonanzenquartett” zählt zu den “steilsten Gipfeln europäischer Kammermusik überhaupt”. Vor der Pause erklingt noch das Officium breve in memoriam Andreae Szervánszky op. 28 des Ungarn György Kurtag (* 1926). Dieses etwa zwölf Minuten lange Kurzrequiem ist eine für seinen Komponisten typische Konzentration auf Mikroformen. Es besteht aus einer Aneinanderreihung von 15 Kleinst-Sätzen im Stile der ungarischen Musiksprache. Das Officium breve schrieb Kurtág sowohl für den Widmungsträger, seinen Freund Szervánszky (1911-1977), dessen Streicherserenade gegen Ende in zwölf Zitat-Takten anklingt, als auch für sein Vorbild Anton Webern, dessen Kanon aus Opus 31 den Mittelteil des Officium bestimmt.

Im zweiten Teil des Konzerts steht Musik von Felix Mendelssohn-Bartoldy (1809-1847) auf dem Programm. Sein viersätziges Streichquartett e-Moll op. 44 Nr. 2 ist ein Geschenk an Mendelssohns Bruder Paul. Es fand aber nicht nur in der Familie, sondern auch beim Publikum Anklang: “Gestern Abend wurde mein E-Moll Quartett öffentlich gespielt und machte großes Glück. Das Scherzo mussten sie da capo spielen, und das Adagio gefiel den Leuten am besten. Dies setzte mich in langes Erstaunen.” Der Mittelsatz, das Scherzo, das nach der Schilderung Mendelssohns wiederholt werden musste, ist ein klassisches “Lied ohne Worte”, dessen rasanter Schritt durch Tremoli und kurze Vorschläge zur spieltechnischen Herausforderung wird. Eingebettet in fließende Arpeggien strömt das Thema dahin. Es weitet sich beinahe zur “unendlichen Melodie”, bis es von einem noch besinnlicheren Gedanken im punktierten Rhythmus abgelöst wird.

Karten zu 5,00 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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