Harfe solistisch in Szene gesetzt

Nora von Marschall in der Katharine.

Harfe solistisch in Szene gesetzt. Nora von Marschall in der Katharine.

Bild: Nora von Marschall spielt am 21. September 2014 in der Katharine.

Stendal. Am 21. September um 17 Uhr setzt die Jütting-Stiftung im Musikforum Katharinenkirche die Reihe ihrer Stipendiatenkonzerte fort. Diesmal ist die Harfenistin Nora von Marschall zu Gast. Die Studentin an der Berliner Universität der Künste spielt das Instrument seit ihrem siebten Lebensjahr. Sie gewann 2007 den ersten Preis beim Bundeswettbewerb “Jugend musiziert”. Von Marschall hat bereits eine größere Konzerterfahrung, sie spielte in diversen Jugendorchestern, mit den Düsseldorfer Symphonikern und den Berliner Philharmonikern. Doch in Stendal wird die junge Künstlerin einen anderen Aspekt ihres Instruments vorstellen: “Entgegen der weit verbreiteten Vorstellung der Harfe als reinem Orchesterinstrument möchte ich mit meinem Programm zeigen, wie vielseitig die Harfe auch solistisch einsetzbar ist. Um das komplette Klangspektrum der Harfe zu zeigen, werde ich verschiedene Kompositionen aus den unterschiedlichsten Epochen spielen.”

Eingangs ist die Sonate G-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) zu hören. Der Sohn des berühmten Leipziger Thomaskantors feiert in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag. Die Sonate soll 1762 in Berlin entstanden sein und galt lange als verschollen. Anschließend erklingt die Fantasie in c-Moll von Louis Spohr (1784-1859). Der in Braunschweig geborene Komponist gehört zu den vergessenen Meistern der Romantik. Er fand seine erste Stellung in Gotha (Thüringen). Dort lernte er die Harfenistin Dorette Scheidler kennen, die er später heiratete. Für sie schrieb er neben der Fantasie zahlreiche andere Harfenwerke. Das Impromptu op. 86 von Gabriel Fauré (1845-1924) entstand als Prüfungsstück für die Harfenklasse am Pariser Conservatoire.

Den zweiten Teil des Abends widmet von Marschall vorwiegend der moderneren Harfenmusik. Auf die Bitte des berühmten Harfenisten Osian Ellis entstand 1969 die Suite for harp op. 83 von Benjamin Britten (1913-1976); sie wurde noch im selben Jahr auf dem Aldeburgh Festival uraufgeführt. Britten hat darin alle traditionellen Klangmöglichkeiten der Harfe wie etwa Glissandos oder Arpeggios glänzend ausgeschöpft. Mit der Sonate pour harpe des Zeitgenossen Pierick Houdy (*1928) steht ein weiteres modernes Werk auf dem Programm. Gerade im letzten Jahrhundert ist das Repertoire für die Harfe durch Arrangements von Stücken erweitert worden, die eigentlich für andere Instrumente – insbesondere das Klavier – bestimmt waren. Von Alexander Alyabyev, dem Begründer des russischen Kunstliedes, stammt die beliebte Melodie “Die Nachtigall”. Gioachino Rossini hat sie in seinem Barbier von Sevilla aufgegriffen. Franz Liszt schrieb hierzu eine Klavierfassung, die Henriette Renié (1875-1956) für die Harfe bearbeitete.

Karten zu 5,00 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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