Fagott und Klavier

Jütting-Stipendiat Marcin Orlinski gastiert in der Katharinenkirche

Marcin Orlinski ist am 26.10.2014 um 17 Uhr beim nächsten Stipendiaten-Konzert der Jütting-Stiftung zu Gast.

Bild: Marcin Orlinski ist am 26.10.2014 um 17 Uhr beim nächsten Stipendiaten-Konzert der Jütting-Stiftung zu Gast.

Stendal. Der Fagottist Marcin Orlinski gestaltet das nächste Konzert der Jütting-Stiftung, das am 26. Oktober um 17 Uhr im Musikforum Katharinenkirche stattfindet. Roma Orlowska wird ihn dabei am Flügel begleiten. Der junge Warschauer, der zurzeit an der Hochschule für Musik und Theater in München studiert, hat bereits mehrere Preise bei polnischen und internationalen Wettbewerben gewonnen und an diversen Orchesterprojekten mitgewirkt. Die Stiftung förderte ihn im letzten Jahr mit einem Stipendium über 5.000 Euro.

Zum Auftakt ist das Fagott-Konzert in G-Dur, RV 493, von Antonio Vivaldi (1678-1741) zu hören. Es ist eines von insgesamt 39 Werken, das der venezianische Komponist für dieses Instrument geschrieben hat. Das ist eine bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, dass das Barockfagott damals gerade erst entwickelt worden war, noch zahlreiche Intonationsprobleme hatte und die unvollkommene Mechanik eine virtuose Handhabung kaum zuließ. Diese Kinderkrankheiten waren zur Zeit Camille Saint-Saëns (1835-1921) ausgeheilt. In seinem letzten Lebensjahr schrieb er die Sonate für Fagott und Klavier, op. 168, und schloss damit seine Bläserkompositionen ab. Entsprechende Stücke für Oboe und Klarinette waren bereits entstanden, zu einer geplanten Sonate für Englisch Horn kam es nicht mehr. Das humorvolle, technisch nicht allzu anspruchsvolle Werk lässt kaum erahnen, dass sich der Komponist mit diesem Instrument nicht sonderlich vertraut fühlte. In einem Brief gestand er seinem Verleger, dass er lieber einen Blick ins Lehrbuch geworfen habe, um sich bei einer hohen Stelle über den Tonumfang des Fagotts zu vergewissern. Probespiele mit dem späteren Widmungsträger Léon Letellier verliefen jedoch für beide zu höchster Zufriedenheit. Ferner erklingt die Sarabande et Cortège von Henri Dutilleux (1916-2013).

Trois Pieces, drei langsame Stücke voll rätselhafter Bedeutung, leiten den zweiten Teil des Kammermusikabends ein. Sie stammen vom Musik-Kauz Charles Koechlin (1867-1950) und werden selten aufgeführt. Das unterscheidet sie vom Konzert für Fagott und Orchester F-Dur op. 75 von Carl Maria von Weber (1786-1826), der 1811 München im Rahmen einer Tournee besuchte und dort begeistert empfangen wurde. Das Werk entstand damals auf Bitten des Hofmusikers Georg Friedrich Brandt und gehört bis heute neben Mozarts Fagott-Konzert zu den meistgespielten Stücken für dieses Instrument.

Karten zu 5,00 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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