Alte und neue Musik auf dem Akkordeon

Manuel Wagner aus Trossingen in der Katharinenkirche.

Manuel Wagner aus Trossingen am 22.März 2014 in der Katharinenkirche.

Manuel Wagner aus Trossingen spielt am 22.März 2014 in der Katharinenkirche.

Stendal. Stendal. Am Sonntag, den 22. März, findet um 17 Uhr im Musikforum Katharinenkirche das nächste Stipendiatenkonzert der Jütting-Stiftung statt. Diesmal ist er Akkordeon-Spieler Manuel Wagner aus Trossingen zu Gast. Das baden-württembergische Städtchen ist ein Hotspot des “Schifferklaviers”. Neben der Staatlichen Hochschule für Musik, an der Wagner seit 2011 studiert, ist dort der namhafte Instrumentenhersteller Hohner und das Berufskolleg Hohner Konservatorium ansässig. Wagner konzertierte solistisch und kammermusikalisch in Deutschland, Italien, österreich, der Schweiz und in China. Einige seiner Auftritte bei den Konzertreihen der “Europäischen Wochen Passau”, “Kultur und Klinik Spaichingen” oder “Junges Podium” wurden vom Bayerischen Rundfunk und Deutschlandradio Kultur übertragen. Wagner ist mehrfacher Bundespreisträger des Wettbewerbs “Jugend musiziert” (2007: 1. Preis, 2010: 2. Preis). 2014 erhielt er Stipendien der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes und der Austria Barock Akademie Gmunden.
Zu Beginn des Konzertabends erklingt die Fantasia Crommatica von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621). “In ihr findet sich die Idee vom Kontrapunkt, die auch in den folgenden Programmpunkten immer wieder auftaucht. Sowohl bei Nicolaus A. Hubers (*1939) ‚Auf Flügeln der Harfe‘ als auch bei Luciano Berios (1925-2003) ‚Sequenza XIII (chanson)‘ sind ähnliche polyphone Strukturen erkennbar, welche gleichzeitig aber als Originalkompositionen für Akkordeon den Kontrast zu den Transkriptionen Alter Musik bilden”, erläutert der Nachwuchsmusiker sein Programm. Nach den beiden zeitgenössischen Kompositionen springt Wagner zurück zu Georg Friedrich Händel (1685-1759). Bei der 3. Suite in d-moll handelt es sich um sein Erstlingswerk für Cembalo. Weil Händel als Opern- und Oratorienkomponist seinen Ruhm begründete, schuf er nur wenige Stücke für Tasteninstrumente. Im Grunde markiert der 1720 erschienene Suitenzyklus auch schon den Endpunkt seiner Beschäftigung mit dem Cembalo. Wagner spielt eine Transkription für Akkordeon.
“Die Gegenüberstellung von d-Moll bei Händel und D-Dur bei Bach bildet eine hervorragende musikalische Brücke zwischen dem ersten und zweiten Programmteil”, findet der Stipendiat, der nach der Pause die 4. Partita in D-Dur des berühmten Thomaskantors spielt (1685-1750). Sie gehört zu den sechs Stücken, die in den “Clavier-übungen I” mit der Opus-Zahl 1 zusammengefasst wurden. Mit den Partiten trug Bach nicht nur dem Umstand Rechnung, dass die Tasteninstrumente wie Cembalo, Spinett oder Klavichord in bürgerlichen Familien immer populärer wurden. Wegen der damit gestiegenen Nachfrage an anspruchsvollem Notenmaterial war zuvor auch das “Wohltemperierte Klavier” entstanden. Bach bezeugte mit dem Opus 1 auch seine künstlerische Vielseitigkeit über die Kirchenmusik hinaus.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
Seitenanfang