Mit der Oboe durch Romantik und Moderne

Gastkonzert von Anna Theresa Merz in der Katharinenkirche.

Die Oboistin Anna Theresa Merz aus Leipzig gestaltet am 19. April um 17 Uhr das nächste Stipendiaten-Konzert der Jütting-Stiftung im Musikforum Katharinenkirche.

Die Oboistin Anna Theresa Merz aus Leipzig gestaltet am 19. April um 17 Uhr das nächste Stipendiaten-Konzert der Jütting-Stiftung im Musikforum Katharinenkirche.

Stendal. Die Oboistin Anna Theresa Merz aus Leipzig gestaltet am 19. April um 17 Uhr das nächste Stipendiaten-Konzert der Jütting-Stiftung im Musikforum Katharinenkirche. Constanze Smettan begleitet sie dabei am Flügel. Schon bevor Merz 2013 ihr Studium in Mitteldeutschland aufnahm, war sie Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Theater in München und Mitglied im Bayerischen Landesjugendorchester, im Schwäbischen Jugend-sinfonieorchester und im Jugendorchester des Bayerischen Staatsorchesters. Hier spielte sie unter Dirigenten wie Sebastian Tewinkel, Simon Gaudenz, Kent Nagano und Mariss Jansons. Merz ist mehrfache Preisträgerin des Wettbewerbs “Jugend musiziert”. Sie erhielt im letzten Jahr ein Förder-Stipendium der Jütting-Stiftung in Höhe von 5.000 €.
Das Programm beginnt mit Adagio und Allegro, op. 70, von Robert Schumann (1810-1856). In seinem Spätwerk überwog das ”kleine Genre” aus Romanzen oder Fantasiestücke. Aufgrund ihres beschaulichen Charakters wurden sie häufig als Rückzug des Komponisten in die biedermeierliche Idylle gewertet, die zu den revolutionären Wirren von 1849 (Dresdner Maiaufstand) in krassem Gegensatz stand. Tatsächlich waren sie jedoch nicht weniger innovativ als Schumanns frühere Stücke. Das ursprünglich für Horn und Klavier gesetzte Adagio enthält nach einer zeitgenössischen Rezension “Stellen innigsten, zartesten Ausdrucks, wie auch andere der feurigsten Leidenschaftlichkeit.” Die Sonate für Oboe und Klavier, op. 185, von Francis Poulenc (1899-1963) ist im Gedächtnis an den russischen Komponisten Sergei Prokofjew entstanden, dessen Klavierwerke vor allem als Vorbild für den zweiten Satz dienten. Ursprünglich war ein Zyklus von fünf Sonaten geplant, die jeweils einem Blasinstrument und zugleich einem Freund gewidmet sein sollten. Die Reihe blieb jedoch wegen Poulencs Tod unvollständig. Anlässlich des Sommerfestivals für englische Musik im Jahre 1984 schrieb Paul Patterson (*1947) den Duologue op. 49 für Oboe und Klavier. Das dramatische Stück mit drei Sätzen stellt höchste künstlerische Anforderungen und vereint Lyrik und Humor. Es hatte sofort Erfolg beim Publikum und wird seitdem regelmäöig gespielt.
Nach der Pause ist die Sonate für Oboe und Klavier des Zeitgenossen Henri Dutilleux (1916-2013) zu hören. Auch hierbei handelt es sich – wie bei Duologue – um ein Auftragswerk, und zwar für den Wettbewerb am Pariser Konservatorium 1947. Dort hatte Dutilleux selbst studiert, bevor er ab 1945 für den französischen Rundfunk tätig war. Zum Abschluss erklingt Morceau de Salon, op. 228, von Johann Wenzel Kalliwoda (1801-1866), dem etwas in Vergessenheit geratenen Kapellmeister am Fürstenberger Hof in Donaueschingen. In einer Kritik zu dem populären Stück heißt es: “Es wurde damals einfach überall gespielt, am Hof, in Kneipen und in Bars. Seine temperamentvollen Melodien sind einfach mitreißend, während die langsamen Teile sehr innig und emotional komponiert sind.”
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
Seitenanfang