Elisabeth Brauß spielt Mozart, Hindemith und Chopin

Elisabeth Brauß spielt Mozart, Hindemith und Chopin.

Elisabeth Brauß spielt Mozart, Hindemith und Chopin am 31.Mai 2014 im Musikforum Katharinenkirche.
Bildquelle: Ivonne Fischer

Stendal. Am Sonntag, den 31. Mai 2015 um 17 Uhr gibt die Jütting-Stipendiatin Elisabeth Brauß ein Klavierkonzert im Musikforum Katharinenkirche. Auf dem Programm stehen Werke von der Klassik bis in die Moderne.
Zu Beginn erklingt die Sonate Dur, KV 311. Mozart komponierte sie 1777 auf einer längeren, schließlich nach Paris führenden Gastspielreise durch Baden. Dabei griff er den örtlichen Musikgeschmack auf. In den spielfreudig-virtuosen, teils orchestralen Passagen der Sonate sind Gesten der Mannheimer Sinfonik erkennbar. Das Stück ist den Töchtern des Hofrates Freysinger gewidmet, eines ehemaligen Augsburger Studienkollegen von Leopold Mozart. Anschließend ist Paul Hindemiths "In einer Nacht -Träume und Erlebnisse" zu hören. In dem knapp halbstündigen Werk schildert der Komponist die Erfahrungen eines unruhigen Schläfers mit musikalischen Mitteln. Das lassen jedenfalls die Satzbezeichnungen des 1920 in Stuttgart uraufgeführten Werks erahnen, etwa „Duett zweier Bäume vor dem Fenster”, „Kuckuck und Uhu” oder „Böser Traum”.
Nach der Pause widmet sich Brauß ganz Frédéric Chopin, von dem zunächst zwei Balladen zur Aufführung gelangen. Es lässt sich nicht sicher sagen, ob sie eine Vertonung von Gedichten des Lyrikers Adam Mickiewicz darstellen. Allerdings ließ sich Chopin wohl von seinem polnischen Landsmann anregen. Aufgrund der Entstehungszeit nach 1831, die von der Verschärfung der russischen und preußischen Besatzung Polens nach dem gescheiterten Novemberaufstand geprägt war, werden die Stücke als Nationalmusik interpretiert. So steigert sich etwa der Protagonist in Roman Polanskis Film „Der Pianist” im Rahmen einer Begegnung mit einem deutschen Offizier bei der Darbietung der Ballade Nr. 1 trotz widriger Umstände zu musikalischen Höchstleistungen. Die Ballade Nr. 2 soll auf Mickiewiczs Gedicht „Der Switez” zurückgehen. Es erzählt von Mädchen einer versunkenen Stadt, die in Wasserblumen verwandelt worden sind, um den einfallenden russischen Horden zu entgehen. Der schwankende Rhythmus, in dem sich die liedhaft schlichte Melodie des ersten Teiles (Andantino) bewegt, illustriert tonmalersich die sich leise im Wind weigenden Wasserlilien. Das Presto con Fuoco stellt dann mit Hilfe fallender Tonkaskaden in der rechten Hand sehr drastisch den Einfall der moskowitischen Horden nach. Im Gegensatz zu den eher erzählenden Balladen steht beim Scherzo Nr. 2 eher eine formale Motiv-Reihung im Vordergrund, die sich durch ihre extreme Ausdruckshaltung und hochgespannte Dramatik charakterisieren lässt. Die Interpretation des Scherzos ist aufgrund seines hohen Tempos und zahlreicher Herausforderungen virtuosen Musikern vorbehalten.
Elisabeth Brauß wurde 1995 in Hannover geboren. Mit 6 Jahren begann sie ihre musikalische Ausbildung, seit 2010 studiert sie an der HMTM Hannover in der Klasse von Prof. Bernd Goetzke. Brauß gastierte bereits am Konzerthaus Berlin, in der Hamburger Laeisz-Halle, bei Beethovenfest Bonn sowie beim Schleswig-Holstein-Musikfestival und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Internationale Konzertreisen führten sie u.a. nach Norwegen, China, Taiwan sowie in die Ukraine und die USA. Im letzten Jahr erhielt Brauß ein Stipendium der Jütting-Stiftung in Höhe von 8.000 Euro.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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