Mit Violine und Klavier in die Sommerpause

Jütting-Stipendiatin Lara Weber spielt in der Stendaler Katharinenkirche

Die Jütting-Stipendiatin Lara Weber spielt am 21.Juni 2015 im Musikforum Katharinenkirche

Die Jütting-Stipendiatin Lara Weber spielt am 21.Juni 2015 im Musikforum Katharinenkirche.

Stendal. Am kommenden Sonntag, den 21. Juni, findet um 17 Uhr das letzte Konzert der Jütting-Stiftung vor der Sommerpause statt. Diesmal ist die Violinistin Lara Weber zu Gast; Mariko Yamane begleitet sie am Flügel. Weber begann mit fünf Jahr, Geige zu spielen. Seit 2008 ist sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim – zunächst als Jung- und dann als Vollstudentin. Mehrfach gewinn sie den ersten Preis beim Bundeswettbewerb “Jugend musiziert”. Konzerterfahrung sammelte Weber bei Auftritten mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und dem Kurpfälzischen Kammerorchester. 2012 erspielte sie sich beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds eine Violine von Joseph Gagliano (Neapel, 1785). Der Gewinner darf dieses klangschöne Instrument jeweils ein Jahr lang nutzen.
Zu Beginn des Programms steht die Sonate für Violine und Klavier in D-Dur, op. 12 Nr. 1 von Ludwig van Beethoven (1685-1750). Sie gehört zu einem dreiteiligen Zyklus, den der Komponist seinem Lehrer Antonio Salieri widmete. Beethoven folgte dem dreisätzigen Aufbau Mozarts und machte die Violine, die in der musikgeschichtlichen Entwicklung bisher nur eine begleitende Funktion hatte, zu einem gleichberechtigten Partner des Klaviers. Das Stück ist vom Dialog beider Instrumente geprägt, unterscheidet sich aber von früheren, als Unterhaltungsmusik konzipierten Werken der Gattung durch den Einsatz von Synkopen sowie eigenwilligen Modulationen und Rhythmen. Bei den Rezensenten stieß er damit nicht auf Anklang. In der Allgemeinen Musikalischen Zeitung von 1799 heißt es: “Es ist unleugbar, Herr von Beethoven geht einen eigenen Gang: aber was ist das für ein bizarrer, mühseliger Gang! […] Ein Anhäufen von Schwierigkeit auf Schwierigkeit, dass man die Geduld und Freude dabei verliert.” Erst später erkannte man die Genialität Beethovens. Weitgehend unbekannt ist der Komponist der nächsten Werks: Ernest Bloch (1880-1959) war ein schweizerisch-amerikanischer Komponist jüdischer Abstammung. Während seine frühes Œvre von der spätromantischen Schule und vom Impressionismus beeinflusst sind, ließ sich Bloch später oft von jüdischer liturgischer und Volksmusik inspirieren. Das gilt auch für “Nigun” aus der Suite “Baal Shem”, in der Bilder aus dem chassidischen Leben aneinander gereiht werden. In “La fountaine d’Aréthuse” erschließt Karol Szymanowski (1882-1937) durch den Einsatz von Portamento oder Flageolett eine völlig neue Klangsprache für die Geige. Im ersten Stück des dreiteiligen Zyklus dienen diese Techniken dazu, die Geschichte der Nymphe Arethusa aus den Metamorphosen des Ovid zu erzählen. Um sie vor den Nachstellungen des Flussgottes Alpheus zu schützen, verwandelte sie Diana in eine Quelle auf der Insel Ortygia bei Syrakus. Der Mythos dient als illustrativer wie symbolischer Hintergrund für das Zwiegespräch zwischen den Instrumenten. Fritz Kreisler (1875-1962) lässt in seinem virtuosen Bravourstück Tambourin chinois, op.3, orientalisches Ambiente anklingen, bevor die Veranstaltung mit der Sonate für Violine und Klavier in A-Dur von César Franck (1770-1827) ausklingt. Sie ist dem damaligen Star-Geiger Eugène Ysaie gewidmet, der sie im Dezember 1886 in Brüssel uraufführte und auch die beiden umjubelten Pariser Aufführungen des Jahres 1887 spielte. In Ysaies Konzertprogrammen trat die Sonate dann rasch ihren Siegeszug um die Welt an. Sie fand allgemein Anerkennung als die bedeutendste französische Violinsonate des Fin de siècle.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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