Musik für Oboe – solistisch und im Trio.

Jütting-Stipendiatin Julia Obergfell am 20. September in der Katharine.

Jütting-Stipendiatin Julia Obergfell am 20. September in der Katharine.

Die Jütting-Stipendiatin Julia Obergfell spielt am 20. September 2015 im Musikforum Katharinenkirche Musik für Oboe – solistisch und im Trio.

Stendal. Am Sonntag, den 20. September, nimmt die Jütting-Stiftung ihre Musikreihe nach der Sommerpause wieder auf. Die inzwischen in Rostock lebende Oboistin Julia Obergfell spielt um 17 Uhr im Musikforum Katharinenkirche Stücke von Schumann, Beethoven, Poulenc und anderen. Dabei wird sie von Jens Hoffmann am Klavier sowie Johannes Hund am Fagott begleitet. Obergfell stammt aus Villingen (Baden). Sie begann ihre musikalische Ausbildung an der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen und nahm 2013 ihr Studium in Detmold auf. Sie ist mehrfache Bundespreisträgerin bei “Jugend musiziert” und spielt zurzeit im Schwarzwald Kammerorchester, in der Badischen Kammerphilharmonie sowie in der “jungen norddeutschen philharmonie”. Konzertreisen führten sie bisher nach Frankreich, Italien, österreich, Schweiz, Spanien, Finnland, China und in die Dominikanische Republik. Im Jahr 2014 erhielt sie das Stipendium der Jütting-Stiftung in Höhe von 8000 €.
Zu Beginn des Konzerts sind Drei Romanzen, op 94, von Robert Schumann zu hören. Obwohl der Komponist im 1849 vor den Kampfhandlungen zwischen den Revolutionären und der staatlichen Obrigkeit von Dresden nach Düsseldorf fliehen musste, entstanden neben vielen Gesängen auch Kammermusiken für Klavier und ein wenig gespieltes Instrument. In heutigen Ausgaben ist die Oboe zum Teil durch eine Violine, Klarinette, ein Fagott oder Cello ersetzt. Die anschließende Musik für Oboe allein stammt von Erich Sehlbach (1898-1985), der vor seinem Ruf als Professor an die Folgwang-Hochschule in Essen auch für ein halbes Jahr in Sachsen-Anhalt lebte, nämlich in Halberstadt. Sehr populär geht es dann mit Johann Wenzel Kaliwodas Morceau de Salon, op. 228, weiter. Das Stück des Kapellmeisters am Fürstenberger Hof in Donaueschingen wurde damals überall gespielt, am Hof, in Kneipen und in Bars. Seine temperamentvollen Melodien sind mitreißend, die langsamen Teile hingegen sehr innig und emotional.
Nach der Pause erklingt das “Gassenhauer-Trio” in B-Dur op.11 von Ludwig van Beethoven. Seinen Beinamen erhielt es, weil der dritte Satz neun Variationen des Schlagers “Pria ch’io l’impegno” (dt.: “Bevor ich ans Werk geh'”) enthält. Hierbei handelt sich um ein Terzett aus der komischen Oper L’amor marinaro (dt.: “Die Liebe unter den Seeleuten”) von Joseph Weigl. Mit seinem Trio op. 43 wirkte Francis Poulenc nach dem ersten Weltkrieg an der Entwicklung der Holzbläsermusik in eine neue Richtung mit, hin zu größerer Einfachheit, einer dezenten Klarheit und charaktervollen Bravour. In dem Stück reichen sich Romantik und Moderne, Neoklassizismus und französische Tradition die Hand.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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