Sonaten-Vielfalt für Viola und Klavier

Der Bratschist Fabian Lindner aus Weimar spielt Werke von Bach, Schostakowitsch und Vieuxtemps.

Der Bratschist Fabian Lindner aus Weimar spielt Werke von Bach, Schostakowitsch und Vieuxtemps im Spipendiatenkonzert am 28.02.2016

Stendal. Am Sonntag, den 28. Februar, um 17 Uhr ist Fabian Lindner zu Gast im Musikforum Katharinenkirche. Der 23jährige Bratschist aus Weimar bedankt sich damit für ein Stipendium der Jütting-Stiftung über 5.000 €. Er spielt Werke von Bach, Schostakowitsch und Vieuxtemps. Am Flügel begleitet ihn Lydia Gorstein.
Zu Beginn des Konzerts steht die Sonate g-Moll, BWV 1029, von Johann Sebastian Bach. Er hat zwei weitere Stücke dieses Genres für Viola da Gamba komponiert; alle drei gehören zu den Höhepunkten seines kammermusikalischen Œvres. “In Gestus und Charakter steht dieses Werk den für die Köthener Hofkapelle entstandenen ‚Brandenburgischen Konzerten‘ sehr nahe”, erläutert Lindner. Weil keine stilistischen Bezüge zur französischen Gambenmusik der damaligen Zeit erkennbar sind, wurde die Sonate wohl ursprünglich für eine andere Besetzung geschrieben. Mit Ausnahme des Vivace ist die Sonate kontrapunktisch gesetzt, Gambe (Bratsche) und die beiden Hände des Cembalos sind also gleichberechtigt am dreistimmigen Satz beteiligt.
Schon gezeichnet von Krankheit und unter schwierigsten Bedingungen begann Dmitri Schostakowitsch im Mai 1975 mit der Komposition der Sonate für Viola und Klavier op. 147. Wie fast alle seine Kammermusikwerke war sie von der Kunst des Moskauer Beethoven-Quartetts inspiriert, für dessen Bratscher Fjodor Druschinin das Werk entstand. Die Sonate sollte das letzte Werk des Komponisten sein, zugleich eine “autobiographischen Zusammenfassung”. Das Finale der Sonate gehört zu den ergreifendsten Abschiedsgesängen, die jemals geschrieben wurden. Beethovens “Mondscheinsonate” ist darin verarbeitet.
“Der 1820 geborene belgische Violinist und Komponist Henry Vieuxtemps galt zu seinen Lebzeiten als einer der größten Virtuosen seines Instruments. Seine Violasonate in B-Dur, op. 36, die nach der Pause erklingen wird, schrieb er für den eigenen Gebrauch, da er auf Tourneen auch gelegentlich als Bratschist auftrat”, sagt Lindner. Das breit angelegte Stück mit dem wundervollen “Maestoso”-Auftakt ist fester Bestandteil des Viola-Repertoires.
Fabian Lindner stammt aus Rostock. Dort begann er mit fünf Jahren seine Violinausbildung am Konservatorium “Rudolf Wagner-Régeny”. Als Mitglied der Deutschen Streicherphilharmonie sammelte er von 2006 bis 2013 unter der Leitung von Prof. Michael Sanderling erste Orchestererfahrung. Nachdem er von 2009 bis 2011 seine Ausbildung am Berliner Musikgymnasium “Carl Philipp Emmanuel Bach” bei Prof. Johannes Kittel fortsetzte, wechselte er zur Viola und studiert seit 2012 an der Hochschule für Musik “Franz Liszt” in Weimar.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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