Cellistin Konstanze Pietschmann in der Katharine.

Cellistin Konstanze Pietschmann in der Katharine.

Am Sonntag, den 26. Februar 2017, um 17 Uhr gastiert die Cellistin Konstanze Pietschmann aus Leipzig im Musikforum Katharinenkirche. Ihre Mutter begleitet sie am Klavier.

Stendal. Im Rahmen eines Kammerkonzerts der Jütting-Stiftung erklingt ein gemischtes Programm mit Stücken aus dem Barock bis in die Moderne.
Vermutlich in Kooperation mit den Cellisten Linigke und Abel schrieb Johann Sebastian Bach sechs Cellosuiten. Darin lotete er die Möglichkeiten des Instruments und des Genres aus. Der Bogen der spieltechnischen Anforderungen reicht von den Effekten der italienischen Violinschule über Anleihen beim französischen Gambenstil bis hin zu Anklängen an den ”polnisch-hanakischen” Stil, mit dem deutsche Komponisten die rustikale Kunst polnischer Wirtshausgeiger imitierten. Pietschmann beginnt ihre Darstellung mit der Suite Nr. 3 in C-Dur. Die anschließend zu hörenden Rokoko-Variationen op. 33 von Peter Tschaikowsky entstanden in einer Zeit voller beruflicher und privater Rückschläge. Sie sind Ausdruck einer Sehnsucht nach einer hellen, freundlichen und unbekümmerten Welt. Der Cellist und Widmungsträger Wilhelm Fitzenhagen modifizierte das Werk und machte es auf seinen Konzertreisen in ganz Europa bekannt. Mit Tschaikowskys russischem Landsmann Carl Davidov, der seine Ausbildung in Leipzig genoss, geht es nach der Pause weiter. Das Salonstück „Am Springbrunnen” gehört zu den größten Erfolgen des Professors am St. Peterburger Konservatorium. Die Sonate in a „Arpeggione” von Franz Schubert (D 821) ist – wie sein Beiname zeigt – für ein heute vergessenes Instrument geschrieben. Dank der alternativen Streicherstimme für Cello hat es sich bis heute erhalten. Mit Requiebros des spanischen Komponisten Gaspar Cassadó klingt der Abend aus.
Konstanze Pietschmann, Jahrgang 2000, stammt aus Leipzig. Bereits mit drei Jahren erhielt sie ihren ersten Cellounterricht, mit neun Jahren wurde sie in die Begabtenklasse des Freistaates Sachsens aufgenommen. Seit dem Schuljahr 2015/16 ist sie Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und Mitglied des Jugendsinfonieorchesters Leipzig. Die junge Cellistin konnte bei Wettbewerben schon zahlreiche Preise erringen. Sie war bei den Solowertungen 2013 und 2016 erste Bundespreisträgerin bei „Jugend musiziert”; 2015 erhielt sie mit ihrer Duopartnerin Charlotte Steppes den 2. Preis beim Bundeswettbewerb. Konstanze Pietschmann erhielt 2016 ein Förderstipendium der Jütting-Stiftung in Höhe von 5.000 €.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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