Vier Hände, zwei Flügel, eine Harmonie. Klavierduo Neeb zu Gast in Stendal

Vier Hände, zwei Flügel, eine Harmonie. Klavierduo Neeb zu Gast in Stendal.

Die Jütting-Stiftung setzt ihre Kammermusikreihe nach der Sommerpause am Sonntag, den 30. September 2018, um 17 Uhr mit dem Klavierduo Sophie und Vincent Neeb fort. Die Geschwister aus München bieten ein Programm mit vierhändiger Musik von der Klassik bis in die Moderne.

Stendal. Die Jütting-Stiftung setzt ihre Kammermusikreihe nach der Sommerpause am Sonntag, den 30. September 2018, um 17 Uhr mit dem Klavierduo Sophie und Vincent Neeb fort. Die Geschwister aus München bieten ein Programm mit vierhändiger Musik von der Klassik bis in die Moderne.
Zu Beginn erklingt die Sonate D-Dur für zwei Klaviere, KV 448, von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Sie wirkt über weite Strecken fast sinfonisch. Die beiden Instrumente erzeugen den Effekt eines ganzen Orchesters. Perlende Läufe in der Oberstimme, nachschlagende Achtel als Mittelstimmen, ein stützender Bass und füllende Akkorde suggerieren eine Polyphonie aus Violinen, Bratschen, Bässen und Bläsern. Dazwischen üben sich die beiden Pianisten im virtuosen Schlagabtausch. Sie imitieren die Atmosphäre eines Doppelkonzerts, indem sie einander Passagen tongetreu oder mit leichten Varianten zuspielen. Die Sonate entstand 1781 in Wien und enthält Anklänge an die zeitgleich komponierten Opern „Idomeneo“ und „Entführung aus dem Serail“ sowie an die Bläserserenade KV 375. Mit dem Klavierstück Nr.3 op.8c von Wolfgang Rihm (*1952) wagen Neebs einen Sprung in die Moderne. Rihm vertritt eine Ästhetik, die das subjektive Ausdrucksbedürfnis in den Mittelpunkt stellt. Vorbilder in diesem Sinn waren für ihn Hans Werner Henze, dann Karlheinz Stockhausen und später Luigi Nono. Rihm betrachtet seine Stücke gern als Provisorien („Versuche“), die einander durch Erweiterung, Vernetzung und Verflechtung des einmal entwickelten Materials fortlaufend korrigieren oder ergänzen.
Nach der Pause geht es mit der Fantasie f-Moll, D 940, op. 103 von Franz Schubert, (1797-1828) weiter. Es ist ein zyklisches Großwerk aus dem Todesjahr des Komponisten, das aus vier ineinander übergehenden Sonatensätzen besteht. Die Fantasie zeichnet das musikalische Bild eines Wanderers, der mit einem wehmütigen Lied auf den Lippen durch die Einsamkeit zieht. Die Suite Nr. 2, op. 17Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow (1873-1943)
Die Geschwister Sophie und Vincent Neeb spielen schon seit neun Jahren als Klavierduo zusammen und haben seitdem zahlreiche Preise gewonnen: Im November 2017 wurden sie mit dem „Primo Premio Assoluto“ und zahlreichen Sonderpreisen beim Concorso pianistico internazionale Roma für Klavier vierhändig ausgezeichnet. Kurz zuvor erhielten sie ein Stipendium der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung Stendal in Höhe von 8.000 €. Im Frühjahr 2017 erspielten sie sich den Monterosa-Kawai-Preis in der Kategorie Kammermusik beim 18. Internationalen Musikwettbewerb Valsesia in Varallo, Italien. Im Jahr 2015 wurden sie mit dem WDR Klassikpreis der Stadt Münster ausgezeichnet. Anschließend erhielten sie den ersten Preis des Südwestdeutschen Kammermusikwettbewerbes in Bad Dürkheim. 2013 gewannen sie den Wettbewerb des internationalen Klavierduo-Festivals in Bad Herrenalb und traten dort mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim auf.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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