Saisonabschluss mit Flöte und Klavier

Saisonabschluss mit Flöte und Klavier

Am Sonntag, den 25.11.2018, wird die Jütting-Stiftung Stendal ihren diesjährigen Kammermusikzyklus beschließen. Diesmal ist der Flötist Tomasz Sierant aus Warschau mit seinem Pianisten Dominik Chamot zu Besuch.

Stendal. Tomasz Sierant gestaltet das letzte Stipendiatenkonzert der Jütting-Stiftung in diesem Jahr. Der Querflötist aus Warschau ist am Sonntag, den 25. November 2018, um 17 Uhr im Musikform Katharinenkirche zu erleben. Dominik Chamot begleitet ihn am Klavier.
Zu Beginn erklingt die Sonate in a-Moll für Flöte solo von Carl Philipp Emanuel Bach. Der zweitälteste Sohn des großen Thomaskantors war ein Virtuose der Traversflöte. Gegen Ende seiner Berliner Zeit verdichtete er die eigenwillige Poesie des preußischen Rokoko in der Flötensonate a-Moll. Das Werk erschien 1763 zum Ende des Siebenjährigen Krieges und war eine Verneigung vor seinem Dienstherren, dem von den Schlachtfeldern zurückkehrenden Friedrich II. Mit Franz Schuberts Introduktion und Variationen über "Trockne Blumen" aus „Die schöne Müllerin“ wird Sierant seine Darbietung fortsetzen. Das Stück stellt hohe Anforderung an die Fähigkeiten von Flötist und Pianist. Es ist nämlich zwei Personen aus dem Freundeskreis des Komponisten auf den Leib geschrieben: Ferdinand Bogner (Flöte) sowie seiner zukünftigen Schwägerin Anna Fröhlich (Klavier), beide Professoren am Wiener Konservatorium. Auf deren Wunsch nahm Schubert diverse Änderungen am Manuskript vor. Nach der Pause ist ein Arrangement der Lenski-Arie „Wohin, wohin seid ihr entschwunden“ aus Peter Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ zu hören. Darauf folgt die Sonate für Flöte und Klavier in D-Dur op. 94 von Sergej Prokofjew. Obwohl das Stück 1943 entstand, lässt es in seiner lichten Daseinsfreude von den Schatten des Krieges nichts erahnen. Prokofieff komponierte es in Perm (Ural), wohin er evakuiert worden war. Für die Flötisten ist es das einzige Stück, das mit den romantischen Violin- und Cellosonaten konkurrieren kann: technisch ungemein anspruchsvoll, zugleich romantisch im Ausdruck und klassisch in der Form.
Tomasz Sierant, Jahrgang 1995, stammt aus Polen. Als Teenager begann er seine Musikausbildung in Lodz. 2014 nahm er das Bachelorstudium an der Fryderyk-Chopin-Musikhochschule in Warschau auf. Mit dem Gustav-Mahler-Jugendorchester ging er zweimal auf Konzerttournee. Hierdurch erhielt er die Chance, in den größten und berühmtesten Konzertsälen Europas aufzutreten: Concertgebouw Amsterdam, Konzerthaus Berlin, Elbphilharmonie Hamburg, Semperoper und Kulturpalast Dresden. Sierant spielte ferner auf internationalen Festivals in Europa und Asien. Er besuchte mehrere Meisterklassen berühmter Flötisten. Die Jütting-Stiftung Stendal fördert ihn mit 5.000 €.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.



 
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