Musikforum Katharinenkirche innen.

Bild: Musikforum Katharinenkirche innen.

Am Schadewachten, an der alten, nach Süden auf das Tangermünder Tor führenden Straße, behauptet sich noch heute die Bauanlage des Katharinenklosters in Stendal. Ihre Anfänge gehen auf die spätgotische 1468 eingeweihte Kirche zurück. Ihre wechselvolle Geschichte nimmt den ökumenischen Gedanken vorweg: 1468 Augustinerinnenkloster, 1540 nach der Reformation Evangelisches Jungfrauenstift, ab 1690 Reformierte Gemeinde. Nach einem Brand wurde 1863 – 1865 das Stiftsgebäude bis auf den Ostflügel wieder aufgebaut und diente bis 1953 als Altenheim. 1963 wurde das Altmärkische Museum in den Klosterräumen eingerichtet.

In der Kirche fand 1962 der letzte Gottesdienst statt. Wegen baulicher Mängel musste es geschlossen werden. Bis 1985 war die Kirche stark verfallen, sogar das Gewölbe drohte einzustürzen.

Im Jahr 1985 begannen, ausgelöst durch die Spende von Hans und Eugenia Jütting, erste Sanierungsarbeiten in der Kirche. Der Umbau der ehemaligen Klosterkirche zu einem Konzertsaal musste sowohl hohe akustische Anforderungen wie auch die des Denkmalschutzes berücksichtigen. Das Konzept des Göttinger Architekten Brandi griff das Bauelement der einst vorhandenen Nonnenempore wieder auf. Die heute in den Westteil des Kirchenschiffes eingebaute stählerne Empore dient vor allen Dingen technischen Zwecken. Zur Dämpfung und Verhinderung des Nachhalles wurden unter die Kreuzrippen gehängte, der Kreuzrippenform des Innenraumes angeglichene Metallelemente sowie transparente Reflektoren im Chorbereich, die in ihren Ausmaßen den hohen Spitzbogenfenstern angepasst sind, eingebaut.
Musikforum Katharinenkirche innen.

Bild: Musikforum Katharinenkirche innen.

Am 28.05.1994 wurde das “Musikforum Katharinenkirche” im Beisein von Bundespräsident Richard von Weizsäcker seiner neuen Bestimmung übergeben. Seit 1996 finden die Konzertreihen der Jütting-Stiftung dort statt.

Im Jahr 1999 konnte der Kreuzgang, der die Katharinenkirche mit dem Museumstrakt verbindet, nach eineinhalbjähriger Sanierung, wieder eröffnet werden. Er bietet zusätzlichen Platz für Ausstellungen. Künstlergarderoben sowie zeitgemäße Sanitäreinbauten wurden geschaffen. Durch die Erweiterung des zur Verfügung stehenden Raumes fand sich auch Platz für den Original-Roland von 1475, der in einem Provisorium zwischengelagert war. Ebenfalls 1999 wurden im ehemaligen Klostergebäude die Geschäftsstelle und das Stifterzimmer mit wichtigen Gegenstände und Unterlagen aus dem Leben des Ehepaares Jütting eingerichtet.

Am 22. März. 2000 würdigten Bundespräsident Johannes Rau und Gattin Christina die Arbeit der Stiftung. Im Rahmen eines Stipendiatenkonzertes überreichten sie Stipendiaten des Jahres 1999 ihre Stipendienurkunden und trugen sich in das Gästebuch der Stiftung ein.

Mit der Wiederherstellung des Klostergartens im September 2000 wurde der Außenbereich der alten Klosteranlage um einen weiteren historischen Bestandteil ergänzt. 2012 baute man die erhalten gebliebene Glocke wieder in ihren Dachreiter ein.

 
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