Volksstimme vom 17. Februar 2017

Nora Knappe interviewt Konstanze Pietschmann
Konstanze Pietschmann (16) spielt das nächste Jütting-Konzert am 26. Februar 2017.


Von Nora Knappe

Konstanze Pietschmann ist gerade einmal 16 Jahre alt und offenbar ein wahres Cellotalent. Die gebürtige Leipzigerin gestaltet das Jütting-Konzert am 26. Februar. Nora Knappe befragte sie zu den Ursprüngen ihrer Cello-Leidenschaft.
Volksstimme: Sie haben mit drei Jahren angefangen, Cello zu spielen. Manches Kind weiß da noch gar nicht, dass es so ein Instrument überhaupt gibt. Wie kam das?
Konstanze Pietschmann: Durch meine Eltern, die Berufsmusiker sind, und meine älteren Geschwister, welche ebenfalls ein Instrument spielen, bin ich schon seit meiner frühesten Kindheit ständig von Musik umgeben. Da war es naheliegend, dass ich eines Tages selbst ein Instrument spielen würde. Meine Mutter meinte immer, dass das Cello zu mir passe. Mit drei Jahren wollte ich dann nicht mehr lange warten, also fuhren wir am Tag der offenen Tür in die Musikschule und probierten es aus. An die frühen Anfänge kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Gleichzeitig kann ich mich auch nicht entsinnen, jemals nicht Cello gespielt zu haben.
War da von Anfang eine Begeisterung für das Cello, oder haben Sie auch andere Instrumente ausprobiert?
Ehrlich gesagt wollte ich nie ein anderes Instrument ausprobieren. Ich liebte das Cello von Anfang an.
Was macht für Sie den Reiz des Cellos aus?
Für mich repräsentiert das Cello den menschlichen Stimmumfang. Von Bass bis Sopran und darüber hinaus. Zudem begeistert mich die Vielfalt der Spieltechniken, durch die das Cello in allen Musikstilen eingesetzt werden kann. Der wahre Reiz besteht jedoch aus den wunderschönen Klangwelten. Die vollen und warmen Töne bezaubern mich Tag für Tag.
Im Konzert in Stendal spielen Sie auch Modernes, passt das zum Cello?
Im Konzert spiele ich ein Stück der klassischen Moderne. Dieses ist sehr ausdrucksstark, jedoch nicht zu vergleichen mit der gegenwärtigen Moderne. Aber auch abstrakte zeitgenössische Werke werden durch die Klangfacetten des Cellos belebt.
Mit 15 Jahren haben Sie ein Studium begonnen – sieht man Sie deshalb als „Wunderkind”?
Mit 15 wurde ich Jungstudentin in der Nachwuchsförderklasse der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit einem Bachelorstudium. Ich belege Fächer wie Hauptfach Cello, Klavier, Tonsatz, Gehörbildung und Kammermusik. Die Vorlesungen (wie Musikgeschichte,Psychologie, Pädagogik, Ausführungspra- xis) besuche ich jedoch nicht, da ich ja „nebenbei” noch die Schule besuche. Das alleine macht mich aber nicht zu einem Wunderkind. Für mich ist ein Wunderkind ein Genie, wie Mozart es war.
Wie geht es weiter, welche Karriereziele oder Träume haben Sie?
Mein Ziel ist es, in einem namhaften Orchester mitzuwirken und die großartige Orchesterliteratur zu bestreiten. Schonjetzt macht mir das Spielen in solch einer großen Gruppe sehr viel Spaß. Und dieses Hobby zum Beruf zu machen, ist mein Wunsch. Natürlich habe ich auch einen Traum: Mitglied der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker zu werden.
Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?
Wann immer ich kann, höre ich Musik. Oft gehe ich in Konzerte und in die Oper, aber in der Freizeit höre ich auch andere Musik. Das Haus verlasse ich nie ohne meine Kopfhörer.



 
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