Volksstimme vom 23. Mai 2017

Stiftung steigert Kapital auf 12,6 Millionen Euro
107.000 Euro für Stipendien geplant / 2016 gab es im Bereich akademischer Nachwuchs nicht genügend Bewerber

Sie führen die Jütting-Stiftung (v.l.): Norbert Wesling, Burghard Vogel, Herbert Wollmann, Steffi Traufelder, Mitarbeiterin Ramona Kerst, Rolf Mirus, Wolfgang Patzig, Michael Steenbuck, David Koch, Heinz-Erhard Woltert, Markus Poschke, Gunter Dufey und Michael Hentschel.
Foto: Bernd-Volker Brahms

Von Bernd-Volker Brahms • Stendal • Es wächst und wächst und wächst: Das Kapital der Stendaler Jütting-Stiftung. Es liegt mittlerweile bei 12,6 Millionen Euro und konnte innerhalb eines Jahres um eine Million Euro gesteigert werden, wie Pressesprecher Michael Steenbuck gestern im Anschluss an eine Vorstands- und Kuratoriumssitzung mitteilte.

Jeweils 360 000 Euro an Ertrag in 2016 und 2017
Obgleich dies eine sehr erfreuliche Entwicklung sei, so schiele man bei der Stiftung gar nicht so stark auf die Kapitalerhöhung, die in Zeiten niedriger Zinsen ohnehin nicht so lukrativ sei. Vielmehr werde darauf geschaut, für die Geldanlage möglichst hohe Erträge zu erzielen, um diese dann in Form von Stipendien weiter verteilen zu können. Und auch da zeichne sich eine tolle Entwicklung ab, sagte Steenbuck.
Während 2015 die Summe der Einnahmen aus Zinsen, Dividenden, Eintrittsgeldern und sonstigen Einnahmen noch bei 300.000 Euro lag, konnte diese Summe für 2016 auf 360.000 Euro gesteigert werden, und auch für 2017 rechne man mit der gleichen Summe wie im Vorjahr.
Jährlich können 107.000 Euro für Stipendien ausgege-ben werden. Auch 2017 werden wieder vier musikalische Stipendien zu je 8000 Euro und vier zu je 5000 Euro ausgeschrieben. Weitere 5.000 Euro werden für den Musikschulpreis der Stiftung sowie den Sonderpreis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ausgegeben. Gewisse Schwierigkeiten hatte die Stiftung, das ausgelobte Geld für die Förderung des akademischen Nachwuchses 2016 unter die jungen Leute zu bringen. In der Regel können Studenten, die aus Stendal stammen und sich einer Promotion widmen, mit einem monatlichem Stipendium unterstützt werden. „Wir hatten nicht genügend geeignete Bewerber, so dass wir nur etwa die Hälfte des Geldes von 50 000 Euro verteilen konnten“, sagte Steenbuck. Es wurden vier Studenten gefördert. Zum Ende des Jahres 2016 gingen zwölf Bewerbungen ein, so dass die Fördersumme 2017 voraussichtlich ausgeschöpft werden kann.

65 Prozent des Kapitals steckt in Aktien
Die Jütting-Stiftung ist gemessen am Kapital eine der größten im Land Sachsen-Anhalt. Rund 65 Prozent des Kapitals ist in Aktien angelegt, wie Professor Gunter Dufey gestern erläuterte. 15 Prozent sind festverzinsliche Wertpapiere, und 20 Prozent des Geldes steckt in Immobilien-Papieren. Personell gab es lediglich in den Beiräten kleinere Veränderungen. So ist der musikalische Leiter des Theaters der Altmark, Andreas Dziuk, neu im musikalischen Beirat.

Jütting-Stiftung
Der Stendaler Hans Jütting (1909-1999) wanderte 1930 nach Kanada aus. Seiner Heimat blieb der spätere Ford-Manager stets verbunden. 1994 gründete er zusammen mit seiner Frau Eugenia (1907-2004) eine Stiftung zur Förderung des wissenschaftlichen und musikalischen Nachwuchses. Das Ehepaar wurde 1995 in Stendal zu Ehrenbürgern ernannt. Den Vorstand der Stiftung bilden: Heinz-Erhard Woltert (Vorsitzender), Michael Hentschel. Ulf Drewes. Burghard Vogel und Herbert Wollmann.



 
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