Volksstimme vom 21. November 2017

Junger Klarinettist mit Romantik
Letztes Jütting-Konzert der Saison mit Jakob Plag

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Jakob Plag (links) spielte mit seinem Bruder Lukas Plag und der Pianistin Ekaterina Chernozub in der Katharinenkirche. | Foto: Aud Merkel

Von Aud Merkel • Stendal • Das Konzert mit dem Klarinettisten Jakob Plag im Musikforum Katharinenkirche beendete die diesjährige Reihe der Stipendiaten-Konzerte der Jütting-Stiftung. Acht junge Nachwuchsmusiker wurden mit Stipendien in Höhe von 5000 oder 8000 Euro gefördert und bedankten sich in Stendal mit hochwertigen Kammerkonzerten. Insgesamt wurden 60000 Euro vergeben. Das erste Konzert 2018 findet am 28. Januar statt. Ausgeschrieben waren diesmal die Kategorien Querflöte, Gesang, Klavierduo und Streichquartett.
Der 2000 in Weimar geborene Jakob Plag war einer der jüngsten Stipendiaten und wird seit 2016 in der Klarinettenklasse von Prof. Thorsten Johanns unterrichtet. Er bedankte sich ganz herzlich für das „großzügige Stipendium”. Damit wolle er seine weitere musikalische Ausbildung fi-nanzieren. Jakob Plag erklärte in anschaulicher Weise, welche Rolle die Klarinette in der Epoche der Romantik gespielt hat und wie sehr Robert Schumann, Johannes Brahms und Carl Maria von Weber dieses Instrument geschätzt haben.
Von Schumann spielte er zu Beginn Fantasiestücke op. 73 mit einem schön zart gespielten unbeschwerten ersten, einem unterhaltsamen zweiten und einem bewegten dritten Satz. Beim großen Konzertduo Es-Dur von Weber zeigte Jakob Plag eine ausgereifte und feinsinnige Gestaltungsgabe. Vom knisternden Piano bis zum dra-matischen Forte gelangen ihm große Spannungsbögen. Auch die von Weber exzessiv ausgelotete Wendigkeit der Klarinette klangen bei ihm verspielt und leicht.
Nach der Pause spielte er souverän drei Solostücke von Strawinski. Mit seinem Bruder Lukas Plag am Violoncello interpretierte er das Gassenhauer-Trio von Beethoven wie aus einem Guss. Das schöne, natürlich wirkende Zusammenspiel ging sofort auf die Zuhörer über. Mit der anschließenden Romanze op. 94 von Schumann schloss Plag den musikalischen Bogen zum Beginn. Für den herzlichen Applaus bedankte er sich mit einer neckischen Zugabe, einer Bagatelle aus den Vogelrufen von Jürg Baur.
Hervorzuheben ist die durchweg ausgezeichnete Begleitung von Elcaterina Chernozub. Die aus Kasachstan stammende Pianistin, die ihr Studium 2016 in Weimar bei Prof. Grigory Gruzman abgeschlossen hat, spielte in der genau richtigen Mischung aus „Mit dem Solisten mitgehen” und „Ihm eigene Impulse ge-ben”. Sie trug Jakob Plag auf musikalischen Händen.

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Lukas Pirch, Max Rentner und Joshua Kottke erhielten ein Wissenschaftsstipendiumder Jütting-Stiftung. | Foto: Aud Merkel

Für ihre herausragenden Forschungsarbeiten wurden beim Konzert drei junge Wissenschaftler mit einem Stipendium ausgezeichnet. Lukas Pirch studiert in Braunschweig, Max Rentner in Rostock und Joshua Kottke in Münster. Ihre Schulausbildung haben sie in Stendal und im Landkreis absolviert, so wollen es die Vergaberichtlinien.



 
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