Hans und Eugenia Jütting Stiftung

Pressemitteilung


Klavierkonzert mit Johannes Daniel Schneider

Stendal. Der Pianist Johannes Daniel Schneider setzt am Sonntag, den 28. April, um 17:00 Uhr im Musikforum Katharinenkirche den Kammerkonzertzyklus der Jütting-Stiftung fort. Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Schubert, Beethoven und Rachmaninoff.
Das Wohltemperierte Klavier von Johann Sebastian Bach ist eine zweiteilige Sammlung. Jeder Teil enthält 24 Satzpaare aus je einem Präludium und einer Fuge in allen Dur- und Molltonarten, chromatisch aufsteigend angeordnet von C-Dur bis h-Moll. Bach vermerkte im Jahr 1722 auf dem Titelblatt, das Werk sei „zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend als auch derer in diesem studio schon habil seyenden zu besonderem Zeitvertreib auffgesetzet und verfertiget.“ Es handelt sich also eigentlich um ein Lehrwerk für Tasteninstrumente mit der damals noch recht modernen wohltemperierten Stimmung.

Der Pianist Johannes Daniel Schneider

Der Pianist Johannes Daniel Schneider setzt am Sonntag, den 28. April, um 17:00 Uhr im Musikforum Katharinenkirche den Kammerkonzertzyklus der Jütting-Stiftung fort. Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Schubert, Beethoven und Rachmaninoff.

Bis zu deren Erfindung 1681 waren Clavichords und Cembalos typischerweise mitteltönig gestimmt, was in manchen Tonarten zu Qualitätseinbußen beim Klang führte. Doch obwohl das Wohltemperierte Klavier an sich nur eine Étude ist, gehört sie heute zum einem Standardrepertoire für Pianisten. Schneider wird daraus die Folgen in Cis-Dur und cis-moll (BWV 872 und 873) spielen. Anschließend erklingt die Sonate a-Moll, D 784, von Franz Schubert aus dem Jahr 1822. Sie gehört in die Periode des Übergangs zwischen seinem klassizistischen Frühstil und seinen romantischen Meisterwerken. Diese Position hat sie mit der “Unvollendeten” Sinfonie und dem c-Moll-Quartettsatz gemeinsam. Alle drei Werke sind von Extremen der Dynamik und des Ausdrucks geprägt. In einer Zeit des künstlerischen und persönlichen Umbruchs entstand auch die Sonate A-Dur, op 101, von Ludwig van Beethoven. Im Juli 1812 unternahm er den letzten Versuch, eine Frau zu ehelicher Gemeinschaft zu überreden. Chronische Krankheiten stellten sich ein, der juristische Streit um die Vormundschaft für seinen Neffen Karl war belastend. Am meisten machten ihm aber die finanziellen Probleme zu schaffen, die auf eine Geldinflation und den Tod und die Zahlungsunfähigkeit von Mäzenen zurück zu führen waren. Mit den wenigen großen Werken aus den Jahren 1812 bis 1817 wie etwa dem f-Moll-Streichquartett oder der „Hammerklaviersonate“ teilt die A-Dur-Sonate die Gedrungenheit der Sätze, die Verkürzung der Themen auf fast lakonische Wendungen und deren Entwicklung im polyphonen Satz. Mit den zwei Stücken aus den Études-tableaux , op. 39, von Sergej Rachmaninoff, beschließt Schneider seine Darbietung. Der Komponist hat darin Konzertetüden mit technischer und virtuos-effektvoller Komponente mit der Tondichtung für Klavier verschmolzen. Die Études-Tableaux wurden später von Ottorino Respighi orchestriert.
Johannes Daniel Schneider, Jahrgang 1999, ist Pianist und Dirigent. Er war Schüler von Ruben Meliksetian an der Hochschule für Musik Karlsruhe, bis er 2014 an das „Musikgymnasium Schloss Belvedere Weimar“ zu Prof. Christian Wilm Müller wechselte. Von 2015 bis 2018 nahm er Dirigatunterricht bei Joan Pagès-Valls. Seit 2018 ist er Student an der „Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar“ bei Prof. Christian Wilm Müller im Fach Klavier. Schneider überzeugte in über 40 nationalen und internationalen Wettbewerben mit überwiegend ersten Preisen, darunter dem „Münchner Klavierpodium der Jugend“, dem „9. Nationalen Bach-Wettbewerb Köthen für Junge Pianisten 2015“, sowie mehrfach bei Bundeswettbewerben „Jugend musiziert“ in den Fächern Solist und Kammermusiker. Er ist Stipendiat der „Hans und Eugenia Jütting-Stiftung Stendal“ sowie der „Yehudi-Menuhin-Stiftung Live Music Now.“
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €/ Schüler und Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.