Hans und Eugenia Jütting Stiftung

Pressemitteilung


Bachs Klaviermusik und seine Wirkung auf Romantik und Moderne.

Stendal. Der Pianist Jorma Marggraf aus Lübeck beschließt am Sonntag, den 24. November, um 17 Uhr im Musikforum Katharinenkirche den diesjährigen Kammerkonzertzyklus der Jütting-Stiftung.
Marggraf ist in Halle aufgewachsen, er hat daher einen ganz persönlichen Bezug zur Musik Mitteldeutschlands. Das wird in der ersten Hälfte seines Konzerts deutlich. Darin befasst er sich mit Bach und seiner Wirkung auf die Romantik und Moderne. Zu Beginn ist die Partita Nr. 2 des berühmten Thomaskantors zu hören. Die mal melancholische, mal leidenschaftliche Abfolge von Tänzen aus dem Jahr 1726 gehört zu einer Reihe mit insgesamt sechs Stücken. Nie zuvor sind Suiten mit solcher Intensität und kreativem Reichtum behandelt worden. Sie kamen so gut an, dass Bach sie als „Clavir-Übungen“ im Druck veröffentlichte, die der „Gemüths-Ergoetzung“ dienen sollten. Seine Musik hatte Auswirkungen auf Felix Mendelsohn-Bartholdy. Er schrieb zwischen 1831 und 1837 seine "Sechs Präludien und Fugen für Klavier", op. 35. Sie sind eine Auseinandersetzung mit Bachs künstlerischem Vermächtnis, zugleich aber auch höchst originelle, originäre Werke der Romantik. Über ein Jahrhundert später ließ sich Dimitri Schostakowitsch auf dem Bachfest 1950 anregen, in Anlehnung das „Wohltemperierte Klavier“ seinen umfangreichen Zyklus op. 87 mit 24 Präludien und Fugen zu schreiben. Damit knüpfte er zugleich an sein ähnliches Opus 34 an, wobei sich das Spätwerk durch eine herbere Klangsprache und eine gewisse Reife auszeichnet, indem Schostakowitsch hier jedes einzelne Stück stärker und subjektiver ausformte.

Jorma Marggraf

Der Pianist Jorma Marggraf aus Lübeck beschließt am Sonntag, den 24. November, um 17 Uhr im Musikforum Katharinenkirche den diesjährigen Kammerkonzertzyklus der Jütting-Stiftung.

Nach der Pause geht es mit den Vier Klavierstücken von Johannes Brahms weiter. Sie entstanden im Sommer 1893 während eines Kuraufenthalts in Bad Ischl. Es sind matt verhangene Klangräume und zarte Gespinste aus schüchternen Gesten. Brahms schickte den Entwurf zur Durchsicht an Clara Schumann, welche das Werk durch ihre Klavierschülerin Ilona Eibenschütz in der St. James Hall in London uraufführen ließ. Nach zwei Beiträgen von György Sándor Ligeti schließt Marggraf seine Darbietung mit der Ballade Nr. 4 in f-Moll, op. 52, von Frederic Chopin ab. Sie gehört zu seiner letzten Schaffensperiode, die sich durch weiterentwickelte Klangmittel und eine höhere musikalische Komplexität auszeichnet.
Jorma Marggraf, 1998 in Dresden geboren, begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierunterricht am Konservatorium „Georg Friedrich Händel“ und war von 2014 bis 2016 Frühstudent an der Martin-Luther-Universität Halle bei Professor Marco Antonio de Almeida. Seit September 2016 studiert er bei Prof. Konrad Elser an der Musikhochschule Lübeck. Er erwarb mehrere Auszeichnungen, u.a. beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, dem Leschetizky- und dem TONALi- Wettbewerb. Marggraf konzertierte als Solist mit den Staatskapellen Halle und Lüneburg und war auch als Cembalist in verschiedenen Ensembles tätig. Zudem komponiert er für unterschiedliche Besetzungen und gewann damit u.a. den IMPULS-Preis der Komponistenwerkstatt Halberstadt. Jorma Marggraf ist Empfänger des Deutschlandstipendiums und wird von der "Hans und Eugenia Jütting-Stiftung" Stendal mit 8.000 € gefördert. Bereits beim 13. Jütting-Musikschulpreis 2009 erhielt er gemeinsam mit Antonia Grohmann in der Kategorie Duo Klavier und Violoncello einen Preis..
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) sind nur an der Abendkasse erhältlich.