Hans und Eugenia Jütting Stiftung

Pressemitteilung


Die Fagottistin Lisanne Traub am 22. März 2020 im Musikforum Katharinenkirche.

Stendal. Am Sonntag, den 22. März 2020, um 17.00 Uhr präsentiert die Detmolder Fagottistin Lisanne Traub Werke aus mehreren Jahrhunderten. Atsuko Oba begleitet sie dabei am Klavier.
Das Programm beginnt mit der Sonate a-moll von Antonio Vivaldi (1678-1741). Lange Zeit wurde sie irrtümlich Abbate del Cinque zugeordnet, bis die moderne Forschung herausfand, dass sie auf den venezianischen Komponisten zurückgeht. Eigentlich ist die Sonate für das Cello geschrieben. Traub spielt eine Transkription. Ein großer zeitlicher und stilistischer Schritt ist es zu unserer Zeitgenossin Milica Djordjević (*1984). Von ihr stammt das taufrische Stück „Nailing Clouds“ für Fagott solo, das im Rahmen des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD am 12. September 2019 im Prinzregententheater München uraufgeführt wurde. Aus Carl Maria von Webers (1786-1826) berühmten Fagottkonzert in F-Dur op. 75 sind dann noch zwei Sätze zu hören. Es entstand zwischen dem 14. und dem 27. November 1811 in München, und zwar auf die Bitte des Fagottisten Georg Friedrich Brandt hin. Nachdem von Weber seine Interpretationen mehrfach gehört hatte, nahm er Änderungen vor und gab das Werk dann in Druck – es wurde zum Bestseller und erlebte unzählige Neuauflagen. Nach der Pause folgt mit Sarabande et Cortège von Henri Dutilleux (1916-2013) erneut ein modernes Werk.

Fagottistin Lisanne Traub im Musikforum Katharinenkirche.

Die Fagottistin Lisanne Traub am 22. März 2020 im Musikforum Katharinenkirche.

An sich sollte es Absolventen des Pariser Conservatoire zur Prüfung vorgelegt werden, aber seine lyrischen Melodien und leidenschaftlichen Passagen machten es zu einer aufregenden Herausforderung für Fagottisten, so dass es bis heute gespielt wird. Die Vorstellung endet mit dem Concertino pour le basson des unbekannten finnischen Musikers Bernhard Henrik Crusell (1775-1838). Er gehörte zu den besten Klarinettisten seiner Zeit, tat sich aber auch mit mehreren Kompositionen – einschließlich einer Oper – hervor, die später in Leipzig verlegt wurden.
Lisanne Traub, geboren 1999 in Hannover, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel, bevor sie vier Jahre später ihre Leidenschaft für das Fagott entdeckte. Seit 2013 erhält Traub Fagottunterricht bei Prof. Tobias Pelkner (HfM Detmold) und erweitert ihre musikalische Ausbildung stets durch Impulse verschiedener Meisterkurse, u.a. bei Prof. Eckart Hübner (Universität der Künste Berlin), Prof. Carlo Colombo (Konservatorium Lausanne), Prof. Dag Jensen (HfMuT München) und Stefan Schweigert (Berliner Philharmoniker). Traub ist mehrfache erste Bundespreisträgerin des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Sie errang mehrere Sonderpreise: 2014 beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs und 2015 u.a. bei der „Deutschen Stiftung Musikleben“ Hamburg. 2017 wurde Traub als „Preisträgerin des Jahres 2017“ im Rahmen der „42. Emsbürener Musiktage“ ausgezeichnet. 2019 nahm sie am Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München teil und erhielt ein Stipendium der „Hans und Eugenia Jütting- Stiftung“ im Wert von 5.000 €.
Karten zu 5 € (ermäßigt: 2,50 €; Studierende/Schüler: 0,50 €) gibt’s nur an der Abendkasse.