Hans und Eugenia Jütting Stiftung

Pressemitteilung


Jütting-Spielzeit klingt mit Geige und Klavier aus

Stendal. Am 19. November um 17 Uhr endet die diesjährige Kammermusikreihe der Jütting-Stiftung mit einem Konzert der Violinistin Elena Meyer aus Hannover. Sie wird von Clara Strobel am Klavier begleitet. Das Programm ist von Werken französischer Meister der Moderne geprägt

Zu Beginn ist die Sonate für Geige und Klavier, FP 119, von Francis Poulenc zu hören. Der Franzose ist sonst eher für seinen neoklassizistisch witzigen, heiter parodierenden und mit Vorbildern spielenden Stil bekannt. Dass die Sonate einen ernsthafteren Charakter trägt, hat einen Hintergrund: Sie ist Federico García Lorca gewidmet, den Poulenc verehrte und den Faschisten 1936 ermordeten. Auch wenn die Violine nicht zu den Instrumenten gehörte, die Poulenc mochte, ließ er sich von der Geigerin Ginette Neveu (1919-1949) zu der Komposition überreden, die ihn bei der Ausgestaltung der Violinstimme unterstützte.

Die Violinistin Elena Meyer aus Hannover.

Am 19. November um 17 Uhr endet die diesjährige Kammermusikreihe der Jütting-Stiftung mit einem Konzert der Violinistin Elena Meyer aus Hannover.

Auch Maurice Ravel ließ sich erst von einer Violinistin, in diesem Fall Hélène Jourdan-Morange, dazu bewegen, seine Sonate für Geige und Klavier zu schreiben, denn eigentlich hatte er gegen diese Kombination Vorbehalte. Sein Stück folgt auch nicht dem Muster, das die Wiener Tradition für Werke dieser Gattung kennt. Auf ein Allegretto von neobarocker Kühle folgt ein Blues, was mit der Jazzbegeisterung der 1920er Jahre zu erklären ist. Der Finalsatz trägt die Überschrift Perpetuum mobile. Mit der Sonatine Nr. 5 für Violine solo von Jean Martinon erklingt noch ein weiteres Werk aus der französischen Moderne. Zum Abschluss macht Meyer einen Abstecher in den hohen Norden – und zugleich zu uns nach Mitteldeutschland. Denn der Norweger Pianist Edvard Grieg war 1887 an seinen alten Studienort Leipzig zurückgekehrt, um dort mit dem russischen Geiger Adolf Brodsky im Gewandhaus seine Sonate für Violine und Klavier c-Moll, op.45 uraufgeführt.

Elena Meyer stammt aus Groningen (Niederlande) und studiert zurzeit an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Auf nationalen und internationalen Wettbewerben konnte sie bereits zahlreiche Preise erspielen. Ein Schwerpunkt ihres Repertoires liegt auf der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Meyer tritt solistisch und kammermusikalisch auf. Zudem war sie fünf Jahre Mitglied des niedersächsischen Jugendsinfonieorchesters, zeitweilig sogar als Konzertmeisterin. Meyer spielt derzeit auf einer italienischen Violine von Antonio Pedrinelli und einem Bogen des französischen Bogenbauers Victor Fetique.

Karten für 5 € (Rentner: 2,50 €; Schüler/Studierende: 0,50 €) gibt es nur an der Abendkasse.